Autoren: Guido Ehlert, Sören Schulz

PC-Hardware
- Eine Übersicht -

Inhalt

386er-Mainboard


1. Vorbereitungen

1.1. Diese Dokumentation

Dies ist die Internetversion eines von uns für das Fach Physik-Informatik ausgearbeiten Vortrags. Die Grafiken sind gegnüber der gedruckten Version etwas spärlicher ausgefallen, der Inhalt ist jedoch bis auf die Fußnoten derselbe.

Die Computertechnik entwickelt sich schneller als jedes andere Gebiet. Aus diesem Grunde ist es auch unmöglich, daß irgendein Dokument immer den aktuellen Stand der Technik wiederspiegeln kann. So auch hier. Der Stand dieser Dokumentation entspricht im wesentlichen dem Zustand des Home-PC-Marktes im ersten Quartal 1998.

Alle in diesem Werk gemachten Angaben haben keinerlei Anspruch auf Richtigkeit oder Vollständigkeit.

Copyright: Diese Dokumentation darf frei weiterverwendet werden, sofern immer ein Hinweis auf die Autoren vorhanden ist.

1.2. Was ist Hardware eigentlich?

Laut Lexikon ist Hardware:

... ein Oberbegriff für die maschinentechnische Ausrüstung einer Computeranlage. Die Hardware umfaßt alle elektronischen und mechanischen Bauteile der Zentraleinheit und der angeschlossenen Peripherie. [1]

Kurz und knapp könnte man sagen, Hardware ist alles das am Computer, was man anfassen kann (zumindest, wenn kein Strom drin ist).

1.3. Der PC

Ein "Personal Computer" ist nichts weiter als ein Arbeitsplatz-PC, der noch vor einigen Jahren im krassen Gegensatz zum "unpersönlichen" Großrechner stand. Neben dem hier behandelten IBM-kompatiblen PC gibt es auch noch andere, wie z.B. Apple Macintosh oder Alpha-Workstations, die meist eine spezialisierte Bedeutung haben.

Meistens sieht man ja einen PC nur von außen: Ein Bildschirm, eine Tastatur, Maus, Drucker, vielleicht noch Scanner o.ä. und ein mehr oder weniger großes, mysteriöses, meist graues Gehäuse. Wer schon einmal dieses Gehäuse geöffnet hat, wird sich beim ersten Mal gefragt haben, wie ein solches Wirrwarr an Kabeln und Elektronik letztendlich ein Textprogramm auf dem Bildschirm erscheinen läßt. Hier soll nun versucht werden, dieses Durcheinander etwas zu entwirren.

Wenn man sich infolge dessen dazu entschließt, selbst in seinem PC auf Entdeckungstour zu gehen, der sollte immer folgende zwei Hinweise beachten:

  1. Netzstecker ziehen
  2. Eine blanke Stelle an einem geerdeten Rohr (z.B. Heizung) anfassen, um eventuelle statische Aufladungen zu beseitigen, die sonst die empfindlichen Chips beschädigen und zerstören könnten.

2. Die Teile des Computers

Mainboard Asus TX-97-XE

2.1. Mainboard

Alle PC-Komponenten müssen irgendwo "festgemacht" sein und können nicht frei im Raum schweben. Diese Aufgabe übernimmt das Hauptplatine (bzw. Mainboard oder Motherboard). Außer dem Einstecken von Karten und Kabeln hat sie die Aufgabe, den Datenaustausch zwischen allen Komponenten zu steuern. Sie, bzw. das auf ihr integrierte Bussystem sorgt dafür, das die Bits überhaupt ihr Ziel, z.B den Arbeitsspeicher erreichen.

Momentan gibt es auf dem Markt zwei grundsätzlich verschiedene Typen von Mainboards: Einmal solche mit Socket-7 für alle Pentium- und Pentium-kompatiblen Prozessoren und welche für den Pentium II, der sich nur im sog. Slot-1 wohlfühlt. Da diese beiden Prozessorsorten grundlegend anders aufgebaut sind, gilt das natürlich auch für die Mainboards (Siehe auch Abschnitt Prozessoren).

Noch ein Wort zu Bussystemen: Auf einer neueren Hauptplatine sind scheinbar zwei Bussysteme untergebracht. Zum einen der ältere ISA-Bus, zum anderen der schnellere PCI-Bus. In Wirklichkeit ist es jedoch nur ein PCI-Bus, der nur aus Kompatiblitätsgründen ein paar Steckplätze für ISA-Karten mitschleppt (entgegen den 33 MHz des PCI-Busses läuft eine ISA-Karte nur mit 8 MHz)

Wichtig sind diese Bussysteme für den Anwender vor allem in Bezug auf die Erweiterungskarten, denn für jeden Bus gibt es unterschiedliche Steckplätze. So sind Grafikarten wegen der benötigten Geschwindigkeit meist für den PCI-Bus konstruiert, die meisten Karten gibt es aber immer noch für den ISA-Bus. Mit den Pentium-II-Boards wurde auch der AGP (Accelerated Graphics Port) eingeführt, der die Grafikdarstellung enorm beschleunigen soll.

Dann gibt es noch einen Unterschied zwischen Mainboards: Den Formfaktor, also die Abmessungen des Boards. Es wird zwischen Baby-AT (BAT) und ATX unterschieden, wobei die ATX-Richtlinien genau vorgeben, wo welche Buchse zu sitzen hat und man so ohne Probleme jedes ATX-Mainboard problemlos in jedes ATX-Gehäuse einbauen kann, was jedoch nur für Selbstbastler interessant sein dürfte.

Auf der Hauptplatine befinden sich außer den Steckplätzen für Karten, RAM und Prozessor meist folgende Komponenten:

2.1.1. Chipsatz

Der Chipsatz regelt (auch) den Datenverkehr auf dem Mainboard sowie den externen Datenverkehr. Ein Beispiel für einen Chipsatz ist der 430TX von Intel.

2.1.2. Floppy-Controller

Er ermöglicht die Kommunikation mit maximal zwei Diskettenlaufwerken.

2.1.3. E-IDE-Controller

Diese Komponente ermöglicht den Zugriff auf "normale" Festplatten mit EIDE-Interface. Dieser Controller war früher meist auf einer eigenen Karte untergebracht.

2.1.4. BIOS

Das Basic-Input-Output-System ist in einem eindeutig beschrifteten Chip untergebracht. Es enthält alle wichtigen Routinen zur Datenkommunikation im PC und sorgt für den Selbsttest des PCs beim Hochfahren. Außerdem enthält es das Setup-Programm des Computers, in dem wichtige Hardwareeinstellungen vorgenommen werden. In das Setup gelangt man meist, wenn man beim Hochfahren die entsprechende Taste, z.B. Entf drückt, wenn eine Ausschrift wie

Press Del to enter setup.

erscheint.

2.2. Der Prozessor

Das Herzstück eines jeden PCs ist sein Prozessor. Hier wird gerechnet und gerechnet. Immer mit 0 und 1 und 1 und 0 ... Aus all diesen logischen Operationen mit Binärzahlen entsteht letztendlich der Buchstabe dort im Textprogramm. Die Taktfrequenz eines Prozessors gibt an, wieviele Operationen er in einer Sekunde durchführen kann. Bei einem Prozessor mit 233 MHz sind das 233.000.000! In einer Sekunde.

2.2.1. Übersicht im Prozessorendschungel

Auf das Gebiet, wo sich die Firma Intel früher ihr ganz ruhig auf ihrem Monopol ausruhen konnte, sind seit 1995 neue Namen gekommen: Firmen wie AMD und Cyrix sorgen seitdem für frischen Wind auf dem Gebiet der Mikroprozessoren und gleichzeitig auch für unzählige Produktbezeichnungen, der Prozessordschungel ist perfekt.

Ganz grob kann man das jetzige Prozessorangebot für PCs in drei Gruppen unterteilen: Intel Pentium II Intel Pentium und Kompatible Intel Pentium Pro

Pentium-II-ProzessorIm Bereich des Pentium II ist Intel (noch) Alleinanbieter. Der Pentium II unterscheidet sich äußerlich enorm von seinen Vorgängern: der Prozessor ist nun kein flaches Quadrat mehr, sondern ähnelt eher einer Steckkarte. Dadurch sitzt er nicht mehr auf einem Sockel, sondern in einem Slot, dem Slot 1.

Pentium-Prozessor Alle Pentiums und Pentium-Kompatiblen wiederum sitzen im Sockel-7 (engl. Original-Bezeichnung: Socket-7). Hier gibt es wohl das größte Durcheinander bei den Bezeichnungen: Ob man nun AMD K5-200 oder IBM/Cyrix 6x86 PR200+ oder aber Intel Pentium 200 MHz sagt, man meint letztendlich dasselbe. Man merkt es einem PC nicht an, ob in dessen Inneren ein AMD oder ein Prozessor von Intel seinen Dienst tut. Man spürt es nur beim Kauf: Intel-CPUs sind wesentlich teurer als ihre Konkurrenten von AMD oder Cyrix. Durch diesen etwa 25prozentigen Preisvorteil wird es wohl auch noch eine Weile dauern, bis der Pentium-II den Sockel-7 abgelöst haben wird.

Ursprünglich als Intels Antwort auf das Auftauchen von AMD und Cyrix auf dem Prozessormarkt vorgesehen, erlebt der Pentium Pro doch nur eine sehr begnügsame Karriere. Lediglich auf großen Serversystemen kann er seine Stärken ausspielen.

Eines haben jedoch alle drei Typen gemeinsam: Sie brauchen einen eigenen Lüfter, um nicht nach kurzer Zeit den Hitzetod zu sterben. Selbst mit Lüfter erwärmt sich ein Prozessor der 200-MHz-Klasse auf bis zu 70 Grad Celsius.

Doch was macht der Prozessor eigentlich? Er rechnet. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Er berechnet alles, was im PC so anfällt. Für Dinge wie die Kommunikation mit der Festplatte oder der Bildschirmanzeige sind jedoch andere zuständig. Somit ist es auch grundsätzlich falsch, zu glauben, die Geschwindigkeit eines PCs hinge nur mit dem Prozessor zusammen. Der schnellste Prozessor kommt nicht auf Touren, wenn er beispielsweisedurch eine langsame Festplatte ausgebremst wird.

Noch ein Begriff taucht im Zusammenhang mit Prozessoren immer auf: CPU, die Abkürzung für Central Processing Unit. Ursprünglich meinte man mit dem Begriff CPU die Einheit von Prozessor und Arbeitsspeicher, heute ist der Begriff CPU jedoch fast immer identisch mit dem Wort Prozessor.


Prozessor- und Systemtakt

Außer dem Takt des Prozessors ist noch eine weitere Taktfrequenz von Bedeutung: Der Systemtakt. Er gibt an, in welchem Takt die Hauptplatine betrieben wird und liegt unter der Taktfrequenz des Prozessors (66 oder 75, neuerdings auch 100 Mhz). Der Grund für diese Zweiteilung ist einfach: Der Prozessor greift nicht in jedem Takt auf das umliegende System zu, somit braucht es auch nicht so hoch getaktet zu sein wie der Prozessor selbst. Ein anderer Grund ist auch die technische Machbarkeit: Würde man den Systemtakt auf 200 MHz oder mehr setzen, würde zuviel Wärme entstehen, hochwertigere, teuerere Bauteile müßten eingesetzt werden.


DIMM-Modul

2.3. RAM (Arbeitsspeicher)

Um mit Daten arbeiten zu können, muß der Computer diese von der Festplatte bzw. Diskette in den Arbeitsspeicher laden. Im Klartext: Wird in Word eine Textdatei geöffnet, so wird sie in diesem Moment von der Festplatte gelesen und in den Arbeitsspeicher geschrieben. Erst von dort kann dann der Prozessor auf den Text zugreifen. Diese auf den ersten Blick umständliche Methode hat u.a. große Bedeutung für die Geschwindigkeit: Müßten alle Daten immer direkt von der Festplatte gelesen werden, würde die Geschwindigkeit des Rechners gen Null gehen. Grund: Während Festplatten immer noch eine Zugriffszeit von 9-12 Millisekunden haben, kommen moderne RAM-Bausteine auf 10 Nanosekunden, sind also wesentlich schneller. So braucht eine Datei oder ein Programm nur einmal in den Arbeitsspeicher geladen und kann dann immer wieder mit hoher Geschwindigkeit abgerufen werden. Wird ein Programm oder eine Datei geschlossen, verschwindet es auch wieder aus dem Arbeitsspeicher.

Die RAM-Bausteine sind kleine Module von etwa 12 x 3 cm, die in dafür vorgesehene Halterungen auf der Hauptplatine gesetzt werden müssen. Die Größe des RAMs wird immer in Megabyte (MB) angegeben, RAM-Bausteine sind in den Größen 1, 4, 8, 16, 32, 64 und 128 MB erhältlich. Auch hier gibt es unterschiedliche Sorten: Die veralteten 30-poligen SIMM-Module, die (noch) am meisten verwendeten 72-poligen PS/2-Module, und die neuen, schnelleren 168-poligen DIMM-Bausteine. Darüber, welcher Typ zum Einsatz kommt, entscheidet das Mainboard.

Ist im PC zuwenig RAM vorhanden, muß er Daten auf die Festplatte auslagern ("swappen"). Es tritt das oben beschriebene Problem auf: Die Festplatte rattert und der Computer wird unendlich langsam.

Was ist nun der Unterschied zwischen RAM und Arbeitsspeicher? Während der Begriff RAM meist im Zusammenhang mit der Hardware genutzt wird, greift man auf der Software-Seite lieber auf den Begriff Arbeits- oder Hauptspeicher zurück. Letztendlich ist es jedoch (mal wieder) dasselbe.

2.4. Cache

Auch wenn der Arbeitsspeicher schon recht flott ist, hinkt er der Geschwindigkeit des Prozessors noch weit hinterher, auch wenn es hier immer nur um Bruchteile einer Sekunde geht. Die Lösung: Man schaltet zwischen CPU und RAM eine Art Zwischenspeicher, den Cache. Wird nun eine bestimmte Folge von Daten mehrmals angefordert, braucht der Prozessor diese nicht erst langsam aus dem Arbeitsspeicher lesen, sondern bekommt sie viel schneller aus dem Cache.

Man unterscheidet zwischen First- und Second-Level-Cache. Der First-Level-Cache ist im Prozessor integriert, der Second-Level-Cache sitzt auf dem Mainboard. Er hat üblicherweise eine Größe von 512 Kilobyte (KB).

2.5. Grafikkarte

GrafikkarteDamit man sieht, was man eigentlich macht, werden Daten auf dem Bildschirm ausgegeben. Es wird also etwas auf dem Bildschirm dargestellt. Die Bits und Bytes vom Prozessor in für den Monitor verständliche Stromsignale umzuwandeln, ist Aufgabe der Grafikkarte.

Die Grafikkarte ist entscheidend für die Geschwindigkeit des Bildschirmaufbaus. Ist das Grafikprogramm beim Bildaufbau allzu gemächlich oder ruckelt die Grafik beim neuen 3D-Spiel hinterher, sollte man die Schuld nicht voreilig dem Prozessor zuschieben, sondern die Grafikkarte überprüfen.

Im Laufe der Jahre hat sich die Grafikkarte vom reinen Dolmetscher zwischen Computer und Monitor schon fast zu einem eigenen Computer entwickelt: Funktionen wie 3D-Grafiken oder Nebeltexturen, die noch vor einiger Zeit mühsam hätten vom Prozessor errechnet werden müssen, sind bei heutigen Karten schon fest eingebaut.

Die Darstellung auf dem Bildschirm erfolgt in Pixeln. Ein Pixel ist der kleinste darstellbare Bildpunkt. Anders ausgedrückt: Sieht man sich das Bild auf dem Monitor aus der Nähe an, erkennt man, daß es sich aus vielen kleinen Vierecken zusammensetzt, jedes dieser Vierecke ist ein Pixel.

Die Auflösung gibt nun an, wie viele Pixel über- bzw. untereinander dargestellt werden können. Eine Auflösung von 640 x 480 bedeutet also, daß auf dem Bildschirm 640 Pixel in der Breite und 480 in der Höhe angezeigt werden. Sollen nun 800 x 600 Pixel dargestellt werden, müssen auf der selben Fläche 800 bzw. 600 Punkte angezeigt werden; alles erscheint kleiner, bietet aber auch mehr Platz.

2.6. Monitor

Auf dem Monitor oder Bildschirm findet die Hauptausgabe des Computers statt. Die Anzeige wird durch die Grafikkarte gesteuert. Zwei Dinge sind bei der Wahl eines Monitors hauptsächlich wichtig: Die Bildschirmdiagonale und die Horizontalfrequenz.

Die Bildschirmdiagonale gibt an, wie groß der Bildschirm von einer zur gegenüberliegenden Ecke ist. Diese Größe wird in Zoll (") angegeben. Durch die fortschreitende Technik werden größere Monitore immer bezahlbarer: War vor ein paar Jahren ein 17-Zoll-Monitor zu Hause noch ein ferner Traum, sind Monitore in dieser Größenordnung heute Standard und 19-Zöller werden immer billiger...

Die Horizontalfrequenz bzw. Zeilenfrequenz gibt an, wieviele Bildschirmzeilen in einer Sekunde auf dem Schirm "geschrieben" werden können, sie wird in Kilohertz (KHz) angegeben. Von der Horizontalfrequenz abhängig ist damit die Vertikalfrequenz oder Bildwiederholrate: Sie gibt an, wie oft das Monitorbild in einer Sekunde neu aufgebaut wird. Eine Bildwiederholrate von 60 Hz bedeutet also, daß das Monitorbild 60mal je Sekunde wiederholt wird. Bei 60 Hz bemerkt das menschliche Auge noch ein starkes Flimmern, ein Monitor gilt für die meisten Menschen ab etwa 75 Hz als flimmerfrei.

Meist ist in Katalogen nur die Horizontalfrequenz angegeben, dann weiß man oft nicht, mit welcher Bildwiederholrate der Bildschirm arbeiten kann. Dazu gibt es eine einfache Formel:

Formel: Horizontalfrequenz in KHz * 1000 / Anzahl Zeilen =  Bildwiederholrate in Hz

Möchte man wissen, wieviel Hz ein 63-KHz-Monitor bei einer Auflösung von 800 x 600 Pixeln schafft, rechnet man:

Gleichung: 63000 / 600 = 105

Dieser Monitor könnte also das Bild mit etwa 100 Hz und somit völlig flimmerfrei darstellen.

2.7. Festplatte

Festplatte von innenDie Festplatte dient zur Speicherung von Daten. Diese Daten werden auf mehreren Magnetplatten als Bits gespeichert. Es gibt zwei verschiedene Arten von Festplatten: Zum einen die E-IDE-Platten, zum anderen die, die sich nur mit SCSI-Controllern verstehen.

E-IDE ist im "Hausgebrauch" recht verbreitet, da ein entsprechender Controller meist schon auf der Hauptplatine integriert ist (siehe 2.1.3), SCSI-Controller finden sich aufgrund der höheren Performance fast immer im professionellen Bereich und müssen meist als separate Karte zugekauft werden.

Auf eine genaue Beschreibung von SCSI und (E-)IDE soll hier verzichtet werden, wichtig ist nur zu wissen, daß eine SCSI-Platte eben nicht am E-IDE-Controller angeschlossen werden kann, umgekehrt verhält es sich natürlich genauso. Kleiner Unterscheidungstip: Während ein IDE-Datenkabel immer 40 Adern hat, besitzt sein SCSI-Kollege 50 davon.

2.8. CD-ROM-Laufwerk

Die CD-ROM hat sich schon längst ihren Weg in die PC-Welt gebahnt, die Zahl der Computer ohne wird immer geringer, genauso die nicht auf CD angebotenen Software. CD-ROMs sehen genauso aus wie ganz normale Musik-CDs, enthalten jedoch bis zu 680 MB (nur lesbare) Daten. Doch wie kommuniziert nun ein CD-ROM-Laufwerk mit dem Rest des PCs? Im Grunde genommen lassen sich hier einige Parallelen zu Festplatten ziehen: Es gibt CD-ROM-Laufwerke für SCSI und welche für E-IDE . Sie werden also genauso angeschlossen wie eine Festplatte. Allerdings werden die Daten auf CD-ROMs nicht mit Hilfe von Magnetteilchen "geschrieben", sondern hier gibt es winzige Vertiefungen (sog. Pits) in der CD, die ebenfalls für 0 oder 1 stehen.

CD-ROM-Laufwerke sind in letzter Zeit immer schneller geworden, 32fache Geschwindigkeiten gegenüber der eines Musik-CD-Players sind normal geworden. Langsam dürfte jedoch in diesem Bereich das Ende der Fahnenstange erreicht sein

2.8.1. CD-ROM's Zukunft

Eine CD-ROM hat einen gravierenden Nachteil: Man kann sie nicht beschreiben. Einmal gepresst, trägt sie immer den gleichen Inhalt. Abhilfe schaffen CD-Brenner, mit denen man selbst CD-R's bzw. CD-RW's (für mehrmaliges Beschreiben) herstellen kann, doch sind die auch noch nicht für jeden erschwinglich.

Die große Zukunft soll DVD bringen: Bis zu 4 Gigabyte Speicherplatz soll es bieten, ohne die Nachteile einer CD-ROM.

2.9. Schnittstellen

Um mit der Außenwelt kommunizieren zu können, verfügt jeder Computer über sogenannte Schnittstellen. Dies sind einige der Stecker und Buchsen hinten am PC. Man unterscheidet hauptsächlich zwischen zwei Schnittstellentypen:

2.9.1. Serielle Schnittstelle

Hier wandern die Bits und Bytes im Gänsemarsch hintereinander (seriell) durch die Leitung. Die serielle Schnittstelle wird vor allem zum Anschluß von Modems und Mäusen genutzt. Ein Computer kann über mehrere serielle Schnittstellen verfügen.

2.9.2. Parallele Schnittstelle

Im Gegensatz zur seriellen Schnittstelle werden bei der parallelen acht Bits, also ein Byte gleichzeitig (parallel) übertragen. Dadurch werden höhere Geschwindigkeiten erreicht, jedoch ist die paralelle Schnittstelle nicht zur Überbrückung längerer Entfernungen geeignet. Meist werden Drucker, Scanner oder andere externe Komponenten an diese Schnittstelle angeschlossen. Auch von parallelen Schnittstellen kann ein PC mehrere besitzen.

Desweiteren gibt es noch andere, meist sehr spezielle Schnittstellen.

2.10. Drucker

Der Drucker dient zum Ausgeben von Daten auf Papier. Man unterscheidet zwischen Nadel-, Tintenstrahl- und Laserdrucker. Da dieses Gebiet jedoch ganze Bücher füllt, soll auf eine nähere Erläuterung der Druckverfahren hier verzichtet werden.

2.11. Weitere notwendige Komponenten

Desweiteren sind im PC natürlich immer ein oder zwei Diskettenlaufwerke vorhanden, genauso wie das Netzteil, das die 230 V Netzspannung in für die Elektronik verträgliche Spannungen umwandelt

Außerdem ganz wichtig sind natürlich Maus und Tastatur, bei denen es auch große Qualitätsunterschiede geben kann.

2.12. Erweiterungen

Der große Vorteil eines PC's ist seine Erweiterbarkeit. So kann er für fast alle Bereiche angepaßt werden. Hier eine kleine Auswahl von Erweiterungen:

2.12.1. Soundkarte

Mit Hilfe einer Soundkarte ist es möglich, mit dem Computer Audiodaten zu erstellen und zu bearbeiten

2.12.2. Scanner

Mit einem Scanner können jede Art von Bildern in den PC eingelesen werden. Scanner gibt es in verschiedenen Ausführungen: Hand- und Flachbett-Scanner. Beim ersten wird der Scanner über die Vorlage geführt, beim Flachbettscanner wird die Vorlage auf den Scanner gelegt und von unten abgetastet. Schnelle Scanner werden meist an einen SCSI-Port angeschlossen, kostengünstige meist an die parallele Schnittstelle.

2.12.3. Alternative Massenspeicher

Neben der Speicherung auf Festplatte und Diskette gibt es noch andere Möglichkeiten: Für die Datensicherung von größeren Datenmengen eignen sich besonders Bandlaufwerke. Hier dient als Datenträger ein spezielles Tape (ähnlich einer Musikkassette), das hintereinander mehrere Gigabyte Daten speichern kann.

Desweiteren gibt es noch optelektronische Disketten, die 120 MB speichern können, jedoch nicht sehr weit verbreitet sind.

Zip-LaufwerkEin kleines "Highlight" unter den alternativen Speichermedien stellt das Zip-Laufwerk (siehe Abbildung) der Firma Iomega dar. Mit diesem Gerät ist es möglich, Daten auf Disketten mit einer Kapazität von 100 MB zu speichern. Der große Vorteil gegenüber anderen Massenspeichern: Durch den Anschluß an der parallelen Schnittstelle kann das Zip-Laufwerk an jedem PC eingesetzt und transportiert werden.

2.12.4. Netzwerkkarte

Mit Hilfe von Netzwerkkarten können mehrere Computer verbunden werden und untereinander Daten austauschen.

2.12.5. Modem

Ein Modem wird an die (analoge) Telefonleitung angeschlossen und ermöglicht so die Kommunikation mit der Außenwelt. So kann man sich zum Beispiel in Mailboxen oder ins Internet einwählen.

Für ISDN-Leitungen gibt es ISDN-Karten, die in den PC eingebaut werden und wesentlich höhere Übertragungsraten als Modems versprechen.

2.12.6. TV-Karte

Sie ermöglicht den Empfang von Fernsehprogrammen und Videotext via PC.

2.12.7. Video-Capturing-Karte

Mit Hilfe einer solchen, meist recht teuren Karte wird digitaler Videoschnitt am PC möglich.

2.12.8. Und und und ...


3. Hardware-Fehlersuche

3.1. Warum dieser Abschnitt?

In einem Computer lauern Fehler geradezu auf ihren Auftritt. Dieser Abschnitt soll dazu dienen, Fehler, die nach "'n bißchen Basteln" oder nach Einstellungen im BIOS auftreten, näher zu lokalisieren. Dabei werden wir uns auf die absolut akuten Fehler beschränken, wo absolut nichts mehr geht.

Sind alle Netzanschlüsse geprüft und alle Verbindungen festgezogen und es geht trotzdem nichts, vielleicht können dann die folgenden Übersichten weiterhelfen.

3.2 System-Beeps

Falls der Rechner irgendwie hochfährt, ein paar Pieptöne von sich gibt, ansonsten jedoch nichts passiert, sollte man die Töne mitzählen. Die Bedeutungen sind in der folgenden Tabelle aufgeführt:

Anzahl der System-Beeps

Fehler

Maßnahme

1

Arbeitsspeicher kann Refresh nicht durchführen RAM-Bausteine überprüfen und eventuell austauschen

2

Fehler beim Parity-Check RAM-Bausteine überprüfen und eventuell austauschen

3

Fehler im Speicherbereich 0 bis 64 Kbyte RAM-Bausteine überprüfen und eventuell austauschen

4

Timer defekt Hauptplatine auswechseln

5

Prozessorfehler Prozessor auf Sitz überprüfen und eventuell neu einsetzen

6

Fehler in der A20-Leitung, kein Umschalten in den Protected-Mode möglich Den 8042-Baustein auswechseln.

7

Prozessorfehler Prozessor auswechseln

8

VGA-Karte fehlerhaft oder nicht vorhanden VGA-Karte überprüfen

9

ROM-BIOS defekt ROM-BIOS auswechseln

10

Fehler beim Lesen oder Schreiben des CMOS-RAM 80C206-Baustein auswechseln

11

Externer Cachespeicher defekt SRAMs überprüfen und eventuell auswechseln.

Fehlercodes

Wenn der Rechner startet, jedoch nur drei- oder vierstellige Zahlen ausgibt, handelt es sich dabei um Fehlercodes, deren Bedeutung der nachfolgenden Tabelle entnommen werden kann.

Fehlercode

Fehlerhafte Komponente

01...

Nicht bestimmbare Komponente

02...

Stromversorgung

1...

Hauptplatine

2...

Arbeitsspeicher

3...

Tastatur

4...

Monochrom-Grafikkarte

5...

CGA-Karte

6...

Diskettenlaufwerk

7...

Coprozessor

9...

LPT1

10...

LPT2

11...

COM1

12...

COM2

13...

Gameport

14...

Drucker

17...

Festplatte

18...

Erweiterungskarte

30...

Erste Netzwerkkarte

74...

VGA-Karte

85...

Erweiterungsspeicher (EMS)

Diese Seite darf frei verbreitet werden, sofern immer ein Hinweis auf die Autoren vorliegt. Stand: März 1998

Autoren: Guido Ehlert, Sören Schulz

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