Einige Gedanken zur
Schulqualität ...
Qualitätsentwicklung - Projekte zur Schulentwicklung - Reflexion
(nach POSCH, 2005)
Aus dem Inhalt
Merkmale guter Schulen und Merkmale guten Unterrichts
Die Spirale der Schulentwicklung
Die Begriffe Leitbild-Schulprofil-Schulprogramm
Das Schulprogramm-Konzept
Qualitätsstandards der
Schulprogrammentwicklung
Merkmale guter Schulen
· Orientierung an hohen, allen bekannten fachlichen und überfachlichen Standards
· Hohe Wertschätzung von Wissen und Kompetenz
· Grundhaltung: Erfolgserwartung (statt "Vermeidung von Mißerfolg") Mitsprache und Verantwortungsübernahme durch Schüler/innen
· Mitsprache und Verantwortungsübernahme durch Schüler/innen
· Wertschätzende Beziehungen
· Kooperative, deutlich wahrgenommene Schulleitung
· Aushandlung und konsequente Handhabung von Regeln
· Reichhaltiges Schulleben und vielfältige Entfaltungsmöglichkeiten für LehrerInnen und Schüler/innen
· Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Vorgaben und Herausforderungen und Entwicklung gemeinsamer Wertvorstellungen
· Einbeziehung der Eltern in das schulische Geschehen
· Qualitätsevaluation, Weiterbildung und Schulentwicklung mit Schwerpunkt Lernen/Unterricht
Merkmale guten Unterrichts
- Neues Wissen anbieten und Vorwissen beachten
- Fachliche Grundlagen bereit stellen und
Anwendungsmöglichkeiten bieten
- Gemeinsame Ziele setzen und individuelle Ziele herausfordern
- Lernschritte vorgeben und selbstständig
arbeiten lassen
- Einzelarbeit fördern und kooperatives Lernen ermöglichen
- Intellekt ansprechen und Emotionen Raum geben
- Routinen einüben und zum Denken anregen
- Traditionelle und moderne Kulturtechniken pflegen
·
- Ansprüche stellen und auf unterschiedliche Lernvoraussetzungen Rücksicht nehmen (fordern und fördern)
- Rückmeldung einholen und geben und zur Selbstkontrolle anregen
Schulprogramm
Das Schulprogramm ist ein Entwicklungsprogramm,
das rückblickend Auskunft über die Qualität der Vorhaben des vergangenen Jahres gibt,
und das
vorausblickend Konsequenzen aus den Evaluationsergebnissen für das kommende
Jahr zieht und neue Vorhaben mit Erfolgskriterien vorstellt, die in Angriff genommen und evaluiert werden.
Spirale der Schulentwicklung

Leitbild Schulprofil Schulprogramm
· Leitbild: Die ,,Philosophie" der Schule
Kurze einprägsame Formulierungen, die der Öffentlichkeit einen ersten Eindruck von den zentralen Zielvorstellungen
und Prinzipien vermitteln soll, an denen sich die schulische Arbeit und das Zusammenleben in der Schule orientiert.
· Schulprofil: Die fachlichen und überfachlichen Angebote der Schule
Besondere Beachtung verdienen dabei Besonderheiten der Schule (z.B. spezielle Dienstleistungen und
Unterrichtsangebote), die sie von anderen Schulen unterscheiden. Das Schulprofil enthält Informationen
über die Schule, die erforderlich sind, um sich ein Bild von der Schule zu machen.
· Schulprogramm: Das Instrument der Schulentwicklung
Es dient dazu, in der Schule eine Dynamik kontinuierlicher Weiterentwicklung und Qualitätsverbesserung
aufrecht zu erhalten und zu fördern und dies auch nach außen sichtbar zu machen. Zentrales Merkmal ist die
Verbindung von Entwicklung und Selbstevaluation ausgewählter Vorhaben.
Was ist ein Schulprogramm?
Jede Schule tritt in bestimmten Zeitabständen mit "Zwischenberichten" an die Öffentlichkeit und legt
Rechenschaft ab
über in ihr Bemühen um die Qualität
des Unterrichts
des Lebensraums Klasse/Schule
des Schulmanagements
der Außenbeziehungen
der Personalentwicklung
Wozu dient das Schulprogramm?
Es soll in der einzelnen Schule eine Dynamik kontinuierlicher Weiterentwicklung und Qualitätsverbesserung aufrecht erhalten und fördern.
Es soll beitragen
· zur Pflege eines gemeinsamen Qualitätsbewußtseins bei LehrerInnen, SchülerInnen, Schulleitung und Eltern.
· zur Steuerung des Entwicklungsprozesses der Schule
· zur sinnvollen Konzentration der personellen und materiellen Ressourcen
· zur Rechenschaftslegung gegenüber der Öffentlichkeit
Aufbau eines Schulprogramms
· Leitbild
· Entwicklungsplan
Entwicklungsziel(e)
Evaluation bisheriger Arbeit
Beschreibung der Aktivitäten des vergangenen Jahres,
Ergebnisse der Evaluation der Aktivitäten,
Bewertung und Interpretation der Ergebnisse.
Konsequenzen für die weitere Arbeit (soweit erforderlich)
Vorhaben,
Erfolgskriterien,
Methoden der Evaluation,
Aktionsplan mit Verantwortungsverteilung.
· Organisatorische Rahmenbedingungen
Aufbau des Entwicklungsplans
zu einem Thema
· Entwicklungsziel(e)
· Evaluation bisheriger Arbeit
Aktivitäten: Was haben wir bereits unternommen?
Ergebnisse der Evaluation: Was haben wir erreicht? Was haben wir nicht erreicht? Welche Nebenwirkungen sind aufgetreten?
(Jeweils mit Belegen bzw. Hinweisen auf Belege.)
Interpretation der Ergebnisse: Wie bewerten Sie die Ergebnisse? Wie lassen sich die Befunde erklären?
· Konsequenzen für die weitere Arbeit (soweit erforderlich)
Vorhaben für die nächste Zeit:
-> Welche Maßnahmen werden wir ergreifen?
Erfolgskriterien bzw. Indikatoren für jedes
Vorhaben:
-> Was wäre ein Erfolg?
Methoden der Evaluation für jedes Erfolgskriterium:
-> Mit welchen Methoden/Instrumenten wird der Erfolg festgestellt?
Aktionsplan: -> Wer ist bei jedem Vorhaben für Durchführung/Koordination bzw. Evaluation verantwortlich?
Vom Entwicklungsziel zur Evaluationsmethode
· Entwicklungsziele
· Erfolgskriterien
· Welche Informationen sind nötig, um festzustellen, ob Erfolg eingetreten ist?
· Warum werden die Informationen benötigt und was soll mit ihnen geschehen?
· Wer verfügt über die erforderlichen Informationen?
· Mit welchen Methoden lassen sich die Informationen beschaffen?
Typische Arten von Erfolgskriterien

Erfolgskriterien und typische Instrumente

Messkriterien
•
Vergleich der
Messergebnisse
mit einer
„Ideal-Norm" (z.B. 70% der SchülerInnen sollen...)
• Vergleich der Messergebnisse
mit den
Ergebnissen einer zeitlich versetzten Messung (Vorher-Nachher-Vergleich)
• Vergleich der Messergebnisse
mit
Ergebnissen aus einer anderen Stichprobe, z.B. aus anderen Klassen oder
Schulen (Benchmarking)
Qualitätsstandards für Schulprogramme
Ansprüche an das Leitbild:
· Es bezieht sich auf wesentliche Aufgabenbereiche der Schule.
· Es ist handlungsorientiert und glaubwürdig
Organisatorische Rahmenbedingungen:
· Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten sind verbindlich festgelegt.
· Die Regeln für den Umgang mit sensiblen Daten sind vereinbart und schriftlich festgehalten.
Bedeutsamkeit der Themen und Entwicklungsziele
· Die fünf Qualitätsbereiche dienen der Schulprogrammentwicklung als Orientierung
· Themen und Entwicklungsziele sind gut begründet.
· Die Entwicklungsziele und konkreten Vorhaben sind realisierbar
· Personbezogene Entwicklung und Evaluation kommt ebenso zur Geltung wie schulbezogene Qualitätssicherung.
Auswahl und Einsatz der Evaluationsverfahren und -instrumente:
· Die Verfahren ermöglichen gültige Befunde, die verschiedene Sichtweisen berücksichtigen.
· Bei der Selbstevaluation wird darauf geachtet, dass auch (positive und negative) Nebenwirkungen erfasst werden.
· Rückmeldung durch "kritische Freunde" wird eingeholt.
Analyse und Entwicklungsplanung:
· Die Ergebnisse der Evaluation und der Vereinbarungen von Vorhaben sind sorgfältig dokumentiert.
· Bei jedem Thema des Entwicklungsplans ist der Zusammenhang zwischen den Entwicklungszielen,
dem Rückblick (Evaluationsergebnissen) und
dem Vorausblick (Vorhaben, Erfolgskriterien, Evaluationsmethoden und Aktionsplan)
klar erkennbar.